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Mengenlehre

Die Mengenlehre ist ein Teilgebiet der Mathematik, das sich mit der Zusammenfassung von Objekten beschäftigt. Für viele Berechnungen und Formeln in der Stochastik ist ein Grundverständnis von Mengen und Mengenoperationen vorausgesetzt. Das wichtigste wird hier kurz erklärt.

Im Prinzip ist eine Menge nur eine Zusammenfassung von Objekten oder Zahlen. Bei einem Kartenspiel ließen sich die Karten beispielsweise nach Symbolen gruppieren: “Kreuz”, “Pik”, “Herz” und “Karo”. Jede dieser Gruppen beziehungsweise Mengen beinhaltet dann einen König, eine Dame und so weiter. Das lässt sich genau so auf Zahlen übertragen. Man kann zum Beispiel eine Menge AA mit beliebigen Zahlen definien:

A={0,1,2,π}A = \{0, 1, 2, \pi\}

Tatsächlich hast du im Unterricht schon mit Mengen gearbeitet! Die meistgenutzten Mengen sind die natürlichen Zahlen N\mathbb{N}, die ganzen Zahlen Z\mathbb{Z}, die rationalen Zahlen Q\mathbb{Q} und die reelen Zahlen R\mathbb{R}.

Es gibt verschiedene Arten von Mengen beziehungsweise verschiedene Operationen die man an Mengen durchführen kann. Für die folgenden Erklärungen werden diese vier Mengen genutzt:

  • A={0,1,2,3,4,5,6,7,8,9,10}A = \{0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10\}
  • B={2,3,4,5}B = \{2, 3, 4, 5\}
  • C={8,9}C = \{8, 9\}
  • D={4,9,65,102}D = \{4, 9, 65, 102\}

Die Teilmenge ist im Prinzip eine Menge, die teil einer anderen Menge ist. Das bedeutet, dass jedes Element in der beliebigen Menge BB gleichzeitig Teil der beliebigen Menge AA ist. Mathematisch ausgedrückt:

BAB \subset A

Daraus folgt, dass AA eine Obermenge von BB ist. Mathematisch schreibt man:

ABA \supset B

Wird das Ganze negiert, sieht es so aus: C⊄BC \not\subset B. Man spricht: “C ist keine Teilmenge von B”. Selbiges gilt dann für die Obermenge: B⊅CB \not\supset C

Die Schnittmenge von zwei beliebigen Mengen besteht aus allen Elementen, die sowohl in Menge AA als auch in der Menge BB vorhanden sind. Geschrieben wird das Ganze so:

AB={xxAxB}A \cap B = \{ x | x \in A \land x \in B \}

Gesprochen: “Die Schnittmenge von AA und BB besteht aus jedem Element xx für das gilt: xx ist in der Menge AA enthalten und xx ist in der Menge BB enthalten”.

Ausgerechnet ist das dann folgendes:

AD={4,9}AB={2,3,4,5}=B, da BA\begin{align*} A \cap D &= \{ 4, 9 \} \\ \\ A \cap B &= \{ 2, 3, 4, 5 \} \\ &= B \text{, da } B \subset A \end{align*}

Die Vereinigungsmenge von zwei beliebigen Mengen besteht aus allen Elementen, die entweder in der Menge AA oder in der Menge BB oder in beiden Mengen AA und BB enthalten sind. Mathematisch ausgedrückt wird das Ganze so:

BD={xxBxD}B \cup D = \{ x | x \in B \lor x \in D \}

Hier sind zwei Beispielrechnungen:

BD={2,3,4,5,65,102}AB={0,1,2,3,4,5,6,7,8,9,10}=A, da AB\begin{align*} B \cup D &= \{ 2, 3, 4, 5, 65, 102 \} \\ \\ A \cup B &= \{ 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 \} \\ &= A \text{, da } A \supset B \end{align*}

Die Differenzmenge besteht aus allen Elementen, die zwar in der beliebigen Menge AA sind, aber nicht in der beliebigen Menge BB. Mathematisch wird das so geschrieben:

AB={xxAx∉B}A \setminus B = \{ x | x \in A \land x \not\in B \}

Berechnet dann so:

AB={0,1,6,7,8,9,10}BD={2,3,5}BA={}=\begin{align*} A \setminus B &= \{ 0, 1, 6, 7, 8, 9, 10 \} \\ \\ B \setminus D &= \{ 2, 3, 5 \} \\ \\ B \setminus A &= \{\} \\ &= \emptyset \end{align*}