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Wahrscheinlichkeit

Die Wahrscheinlichkeit gibt bei einem Zufallsexperiment an, wie sehr etwas zutrifft oder nicht. Man gibt die Wahrscheinlichkeit entweder in Prozent oder als Zahl zwischen 00 und 11 an.

Dabei wird der Wahrscheinlichkeit, dass ein Ereignis mit Sicherheit eintrifft, die 11 beziehungsweise 100%100\% zugeordnet und der Wahrscheinlichkeit, dass ein Ereignis mit Sicherheit nicht eintrifft die 00 beziehungsweise 0%0\% zugeordnet.

Die Summe der Eintrittswahrscheinlichkeiten aller möglichen Ergebnisse ist immer 11 oder 100%100\%.

In der Mathematik wird die Wahrscheinlichkeit von einem beliebigen Ereignis XX als P(X)P(X) angegeben. P(X)P(X) nimmt Werte im Bereich [0,1][0, 1] an.

Ist P(X)=0P(X) = 0, spricht man von einem unmöglichen Ereignis. Bei P(X)=1P(X) = 1 spricht man von einem sicheren Ereignis.

Die allgemeine Formel für die Berechnung einer Wahrscheinlichkeit ist folgende:

P(E)=ESP(E) = \frac{E}{|S|}
  • EE gibt unsere günstigen Ergebnisse an, also wie viele verschiedene Ergebnisse aus unserer Ergebnismenge wir für unsere Berechnung miteinbeziehen wollen.
  • S|S| ist die Mächtigkeit unserer Ergebnismenge, also die Anzahl der verschiedenen Ergebnisse die in unserer Ergebnismenge enthalten sind.
  • P(E)P(E) ist die berechnete Wahrscheinlichkeit für unsere günstigen Ergebnisse.

Das sieht kompliziert aus, ist es aber nicht! An einem Beispiel wird es deutlicher.

Wir haben ein Glücksrad mit 55 gleich großen Flächen, auf denen die Zahlen von 11 bis 55 stehen. Die Ergebnismenge S={1,2,3,4,5}S = \{ 1, 2, 3, 4, 5 \}, gibt passend unsere möglichen Ergebnisse an.

Will man nun die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis ”GG: Gerade Zahl” berechnen, das Angibt, dass eine gerade Zahl gedreht wird, macht man folgendes:

  1. EE bestimmen: Aus unserer Ergebnismenge sind genau 22 Zahlen gerade: 22 und 44. Daraus ergibt sich: E=2E = 2.
  2. S|S| bestimmen: Wir haben 55 verschiedene Ergebnisse in unserer Ergebnismenge. Daher ist S=5|S| = 5.
  3. P(G)P(G) ausrechnen: P(G)=ES=25P(G) = \frac{E}{|S|} = \frac{2}{5}

Selbiges für Gˉ\bar{G}: Ungerade Zahl.

  1. EE bestimmen: 33 Zahlen sind ungerade. E=3E = 3.
  2. S|S| bestimmen: Wir haben 55 verschiedene Ergebnisse in unserer Ergebnismenge. Daher ist S=5|S| = 5.
  3. P(G)P(G) ausrechnen: P(G)=ES=35P(G) = \frac{E}{|S|} = \frac{3}{5}

Da Gˉ\bar{G} das Gegenereignis von GG ist, hätte man es auch einfacher berechnen können:

P(Gˉ)=1P(G)=125=35\begin{align*} P(\bar{G}) &= 1 - P(G) \\ &= 1 - \frac{2}{5} \\ &= \frac{3}{5} \end{align*}

Für die berechnung von komplexeren Wahrscheinlichkeitsarten siehe Urnenmodell.

Oft interessiert man sich nicht direkt für die Ergebnisse eines Zufallsexperiments, sonder eher für bestimmte Zahlen, die mit dem Ergebnis zusammenhängen. Diese Zahlen nennt man dann Zufallsvariablen.

Ein Beispiel für eine solche Zufallsvariable wäre der Geldgewinn bei einem Glücksspiel. Hier interessiert man sich weniger für die Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Ergebnisses, sondern vielmehr für den Verlust/Gewinn von Geld.

Ein Glücksrad hat 88 gleich große Felder, wovon 44 rot sind, 33 grün sind und 11 blau ist. Für einen Einsatz von 1.51.5€ darf man das Rad einmal drehen. Landet es auf blau, gewinnt man 55€, bei grün gewinnt man 11€.

FarbeGewinnWahrscheinlichkeit
rot0€P(rot)=48P(\text{rot}) = \frac{4}{8}
grün1€P(gru¨n)=38P(\text{grün}) = \frac{3}{8}
blau5€P(blau)=18P(\text{blau}) = \frac{1}{8}

Anstatt die Wahrscheinlichkeit für jede Farbe anzugeben, kann man auch die Wahrscheinlichkeit für jeden Gewinn (unsere Zufallsvariable) angeben. Die Tabelle sieht dann so aus:

FarbeGewinnWahrscheinlichkeit
rot0€P(x=0)=48P(x = 0) = \frac{4}{8}
grün1€P(x=1)=38P(x = 1) = \frac{3}{8}
blau5€P(x=5)=18P(x = 5) = \frac{1}{8}