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Binomialverteilung

Die Binomialverteilung beschreibt, wie wahrscheinlich es ist, dass bei einer festen Anzahl von gleichartigen Versuchen ein bestimmtes Ereignis eine bestimmte Anzahl von Malen eintritt. Typische Beispiele sind Münzwürfe, ob ein Schüler eine Aufgabe richtig löst oder nicht oder das Ziehen mit Zurücklegen.

Die Binomialverteilung gilt nur, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Die Anzahl der Versuche nn ist bekannt.
  • Jeder Versuch hat genau zwei mögliche Ergebnisse: er trifft zu oder nicht.
  • Die Wahrscheinlichkeit pp für einen Erfolg bleibt konstant.
  • nn: Anzahl der Versuche
  • kk: Anzahl der Erfolge
  • pp: Erfolgswahrscheinlichkeit pro Versuch
  • q=1pq = 1 - p: Misserfolgswahrscheinlichkeit

Die Formel für die Wahrscheinlichkeit, dass genau k Erfolge in n Versuchen vorkommen, lautet:

P(X=k)=(nk)×pk×q(nk)P(X = k) = \binom{n}{k} \times p^k \times q^{(n−k)}

Erklärung:

  • pkp^k steht für die Wahrscheinlichkeit, dass genau diese kk Versuche Erfolge sind
  • q(nk)q^{(n−k)} steht für die Wahrscheinlichkeit, dass die übrigen Versuche Misserfolge sind.
  • (nk)\binom{n}{k} multipliziert mit dieser einen Reihenfolge berücksichtigt alle möglichen Reihenfolgen, in denen die kk Erfolge auftreten können.

Eine einfachere Darstellungsvariante der Formel ist B(k)B(k)

Angenommen, eine Schülerin hat bei einer Prüfung pro Aufgabe eine Wahrscheinlichkeit von p=0.7p = 0.7, sie richtig zu lösen. Es gibt n=5n = 5 Aufgaben. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, genau k=3k = 3 Aufgaben richtig zu haben?

P(X=3)=(53)×0.73×0.32=10×0.343×0.090.3087\begin{align*} P(X = 3) &= \binom{5}{3} \times 0.7^3 \times 0.3^2 \\ &= 10 \times 0.343 \times 0.09 \\ &\approx 0.3087 \end{align*}

alternativ dargestellt:

B5;0.7(3)=0.3087B_{5;0.7}(3) = 0.3087

Mithilfe der Binomialverteilung kann man bereits einfach die Trefferwahrscheinlichkeit in einer Bernoulli-Kette ausrechnen und sich somit große Baumdiagramme sparen. Oft muss man dennoch viele einzelne Trefferwahrscheinlichkeit ausrechnen und zusammenzählen. Um das elegant und kompakt darzustellen und zu berechnen, gibt es die kumulierte Binomialverteilung:

Fn;p(k)=i=0kBn;p(i)F_{n;p}(k) = \sum_{i=0}^k B_{n;p}(i)

Ein herkömmlicher Würfel wird 5050-mal geworfen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass höchstens 1010-mal eine 44 geworfen wird?

  • VV: Anzahl der gewürfelten Vieren
  • p=16p = \frac{1}{6}
  • n=50n = 50

Gesucht ist also P(X10)P(X \leq 10):

P(X10)=F50;16(10)=0.7986P(X \leq 10) = F_{50;\frac{1}{6}}(10) = 0.7986

Unser Ergebnis ist 79.86%79.86\%.

Um Binomialverteilungen grafisch darzustellen, werden Histogramme verwendet. Diese sehen so aus:

Beispielbild eines Histogramms Buildquelle: Von MM-Stat - Eigenes Werk (Originaltext: selbst erstellt), CC BY-SA 3.0