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Erwartungswert

Um Zufallsvariablen zu bewerten kann man den Durchschnitt der Zufallsvariable berechnen. Dieser heißt dann Erwartungswert und wird als μ\mu oder E(X)E(X) bezeichnet. XX ist hierbei eine beliebige Zufallsvariable.

Die Formel lautet:

E(X)=i=1nxiP(X=xi)E(X) = \sum_{i=1}^{n} x_i \, P(X = x_i)
  • E(X)E(X) ist der Erwartungswert (Durchschnitt) der Zufallsvariable XX.
  • Jedes xix_i ist ein möglicher Wert von XX.
  • P(X=xi)P(X = x_i) ist die Wahrscheinlichkeit, dass XX den Wert xix_i annimmt.

Für das im Kapitel Wahrscheinlichkeit genannte Beispiel mit dem Glücksrad lautet die Rechnung wie folgt:

E(X)=0×48+1×38+1×18=1\begin{align*} E(X) &= 0 \times \frac{4}{8} + 1 \times \frac{3}{8} + 1 \times \frac{1}{8} \\ &= 1 \end{align*}

Der durchschnittliche Gewinn beträgt also 11€.

Die Varianz gibt die durchschnittliche quadratische Abweichung der Werte einer Zufallsvariable vom Erwartungswert an. Sie heißt oft Var(X)\text{Var}(X) oder σ2\sigma^2 und wird für eine Zufallsvariable XX mit den Werten xix_i und Wahrscheinlichkeiten pi=P(X=xi)p_i = P(X = x_i) so berechnet:

σ=i=1n(xiμ)2×pi\sigma = \sum_{i=1}^{n} (x_i - \mu)^2 \times p_i

Die Standardabweichung σ\sigma ist die Quadratwurzel der Varianz und misst die Streuung in der ursprünglichen Einheit—beim Glücksrad-Beispiel von oben wären das Euro:

σ=σ2\sigma = \sqrt{\sigma^2}

Gesamt wäre die Formel also wie folgt:

σ=i=1n(xiμ)2×pi\sigma = \sqrt{\sum_{i=1}^{n} (x_i - \mu)^2 \times p_i}
  1. Niedrige Standardabweichung: Wenn die Standardabweichung klein ist, bedeutet das, dass die meisten Datenpunkte wenig Distanz zum Mittelwert haben.
  2. Hohe Standardabweichung: Kommt eine hohe Standardabweichung als Ergebnis heraus, bedeutet das, dass die Daten breit um den Mittelwert gestreut sind. Daraus folt, dass die Werte sehr unterschiedlich sein können.
  3. Null: Wenn die Standardabweichung 00 beträgt, bedeutet das, dass alle Datenpunkte den gleichen Wert haben. Sie sind identisch.